16. Juli 2026
Eurosky kooperiert mit SPRIND um erstmalig nicht-toxischen Algorithmus zu testen
Das europäische Social Media Infrastrukturprojekt Eurosky und die Bundesagentur für Sprunginnovation SPRIND verkündigen heute ihre Kooperation um die Entwicklung eines Algorithmus für Social Media voranzutreiben, der darauf programmiert ist zu verbinden statt zu spalten.
Das europäische Social Media Infrastrukturprojekt Eurosky, eine Initiative der Stichting Modal, und die Bundesagentur für Sprunginnovation SPRIND verkündigen heute ihre Kooperation um die Entwicklung eines Algorithmus für Social Media voranzutreiben, der darauf programmiert ist zu verbinden statt zu spalten. Unter dem Projektnamen ‘BridgEU’ wird eine Alternative zu dominanten Ranking-Algorithmen entwickelt und getestet.
“Nachdem sowohl der wissenschaftliche Dienst der EU und zuletzt auch die Expertenkommission zum Kinderschutz im Netz empfohlen haben, dass Eurosky öffentliche Unterstützung genießen sollte, sind wir voller Vorfreude, dass sich dies nun in eine handfeste Kooperation mit der Bundesagentur für Sprunginnovation entwickelt hat,”
sagt Sebastian Vogelsang, Gründer Eurosky & Flashes
Die Kooperation fällt in den neu gegründeten Bereich SPRIND.Society, wo Eurosky zu Projekten wie die Sozialstaatsapp WeFix.Social und die Ed-Tech Unternehmen Magma Maths und LifeTeachUs stößt. SPRIND.Society wurde letztes Jahr gegründet, um den Erfolgsansatz der Risikoförderung auf Projekte mit sozial-gesellschaftlichen Zielen auszuweiten. Das Ziel ist es, Projekte von innovativen Technologieunternehmern zu unterstützen, die das Potenzial haben, eine hohe gesellschaftliche Rendite zu schlagen und damit den deutschen Staat zu entlasten.
“Mit Eurosky nehmen wir genau die Art von ‘Moonshot’ Projekt in unser Society Portfolio auf, dessen Modell sowohl wettbewerbsfähig als auch skalierbar ist. Die Verbindung aus offener Social Media Technologie und aktueller Forschung birgt ein enormes Innovationspotenzial,”
sagt Zarah Bruhn, Managerin SPRIND.Society
SPRIND.Society unterstützt Eurosky zunächst im Rahmen eines Validierungsauftrages, um die Entwicklung eines nicht-toxischen Algorithmus für Social Media zu eruieren. Hierfür wird Eurosky mit dem Team von Philipp Lorenz Spreen von der TU Dresden zusammenarbeiten. Unter seiner Leitung forscht das Team “Computational Social Science” zum Thema “Digitalisierung der Gesellschaft”, mit einem spezifischen Fokus darauf, wie sich zunehmend komplexere Formen des Online-Diskurs auf Demokratien auswirken.
“Wir können zunehmend die Auswirkungen der Aufmerksamkeitsökonomie auf unsere öffentlichen Diskurse nachweisen. Algorithmen spielen in digitalen Informationsumgebungen eine zentrale Rolle, daher wollen wir anfangen an alternativen Konzepten für algorithmische Inhaltsauswahl zu arbeiten und diese unter realistischen Bedingungen zu testen,”
sagt Philipp Lorenz Spreen, Forschungsgruppenleiter, TU Dresden
Wie der Projektname verrät, wird die Arbeit mit dem Team der TU Dresden auf das Konzept des ‘Bridging’ aufbauen, welches zunächst von Wissenschaftlern in Harvard erforscht und ausformuliert wurde.
„Bridging-basiertes Ranking” ist ein alternativer Algorithmus zur Einstufung von Inhalten in Social-Media-Feeds. Anders als dominante Algorithmen, die Inhalte ausschließlich nach der Menge an Klicks, Likes und anderen Formen des Engagement klassifizieren und im Feed ausspielen, wird hier der Rang von Inhalten erhöht, die positives Engagement von Personen erhalten, die normalerweise unterschiedlicher Meinung sind. Das Ziel ist es, Inhalte zu nutzen, um Brücken zu schlagen zwischen Nutzern, die aktuell in Echokammern festsitzen.
Facebook und X haben schon mit ‘Bridging’-Ansätzen experimentiert, jedoch bislang nicht im Hauptfeed. Die Kooperation zwischen SPRIND, Eurosky, Stichting Modal und den Forschern der TU Dresden ist daher voraussichtlich das erste Projekt weltweit, in dem ein ‘Bridging’ Algorithmus in den Hauptfeed einer Social Media Plattform eingebunden werden soll. Letzten Monat hat Eurosky die App Mu (mu.social) gelauncht, um neue Funktionalitäten in sozialen Netzwerken zu testen. Die heute verkündete Kooperation ist der nächste Schritt auf diesem Weg.
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